Wirkung statt Inszenierung

Wirkung wird oft mit Sichtbarkeit verwechselt. Wer präsent ist, gilt als wirksam. Wer spricht, als führend.

 

Doch Wirkung entsteht selten dort, wo sie ausgestellt wird.

Ich habe Organisationen erlebt, in denen viel kommuniziert wurde. Und andere, in denen wenig gesprochen, aber viel bewegt wurde.

Der Unterschied lag nicht im Charisma einzelner Personen. Sondern in der Haltung dahinter.

Inszenierung fragt: Wie wirke ich?

Wirkung fragt: Was verändert sich durch mein Handeln?

Das ist unbequemer. Denn Wirkung lässt sich nicht sofort messen. Sie zeigt sich oft erst später – in Vertrauen, in Stabilität, in der Art, wie Menschen handeln, wenn es schwierig wird.

Gute Führung braucht keine Bühne. Sie braucht Klarheit. Verlässlichkeit. Und die Bereitschaft, Verantwortung nicht nur zu tragen, sondern auszuhalten.

Ich glaube nicht an Führung als Show. Ich glaube an Führung als Dienst.

An Führung, die Räume öffnet statt sie zu besetzen. Die andere stark macht, statt sich selbst zu bestätigen. Und die auch dann präsent bleibt, wenn es keinen Applaus gibt.

Wirkung ist leise. Aber sie ist nachhaltig.

Und am Ende ist genau das der Unterschied, der zählt.

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© Christian Heinrich